Frau Fouzia Hammoud aus dem Herzogenried – Vorsitzende des Arabischen Hauses – lud ein und über 300 Gäste kamen
Wie jedes Jahr im Ramadan lud das Arabische Haus Mannheim, das von der Herzogenriedlerin Fouzia Hammoud geleitet wird, über 300 muslimische und nichtmuslimische Mannheimer in die Kulturhalle Feudenheim am 27.02.2026 zum gemeinsamen interkulturellem Fastenbrechen ein. Und alle kamen. Fast kein Stuhl der Kulturhalle blieb leer.


Sinn und Zweck dieser Veranstaltung ist es, das Fastenbrechen im Ramadan nicht nur im engen Kreis der Familie zu feiern, sondern es auch einmal im Kreis von Freunden, Bekannten und Zufallsbekanntschaften zu begehen. Es soll die Gelegenheit gegeben werden, sich im gemeinsamen Gespräch gegenseitig besser kennen- und verstehen zu lernen. Fremde Sitten und Gebräuche regen dazu ja gerade an. Zufällig fällt in diesem Jahr die christliche, vorösterliche Fastenzeit in die gleiche (nahezu) Zeit wie der Ramadan. Interkulturelles gemeinsames Fasten, auch wenn sich die Regeln etwas unterscheiden.
Um solch ein Fest zu stemmen, ist ein riesiger organisatorischer und logistischer Aufwand nötig. Wiedereinmal gelang es Frau Hammoud einen großen Kreis von unentgeltlich arbeitenden Helfern um sich zu scharen, die sie in ihrer Freizeit tatkräftig unterstützten. Sogar der Koch der Fußballer von Mainz 05 war wieder mit von der Partie. Stolz präsentierte er dem Autor dieser Zeilen „seine“ Küche, stelle „seine“ Helfer*innen vor, ließ ihn in alle Töpfe und Schüsseln gucken und erläuterte „sein“ Menü. Hier wird in ganz anderen Dimensionen, wie wir es von unseren Küchen gewohnt sind, gekocht. Alle Achtung!



Hier schmurgelte die Suppe zum Fastenbrechen vor sich hin. Dort wurden die Rosmarinkartoffeln in einer riesigen Kipppfanne gegart. Und das Schnippeln des Tomaten-/Gurkensalats endete in einer anderen Ecke der Küche in großen Wannen, bevor in kleineren – aber immer noch recht großen – Schüsseln der Salat angemacht wurde. Und dann war ja auch alles noch portionsgerecht abzufüllen und zu verteilen. Draußen, vor der Küche, warteten die Gäste schon sehnsüchtig auf das Ende des heutigen Fasttages. Nebenbei wurden an der Essensausgabe die von vielen netten Menschen gekochten und gebackenen Nachspeisen angeliefert, einigermaßen gerecht aufgeteilt und an alle Tische zusammen mit Datteln, Fladenbrot und Wasser verteilt. Ein riesiges Hin und Her. Da kamen schon Schritte und Kilometer zusammen.



Die Kulturhalle hatte sich zwischenzeitlich längst gefüllt und alle warteten schon, dass mit dem Gebetsruf das „Iftar“, das Fastenbrechen, beginnen konnte. Endlich war es soweit. In zwei Nebenräumen der Halle konnte gebetet werden. Viele Menschen nahmen die Gelegenheit dazu wahr. Die meisten Anwesenden warteten wenigstens, bis der Gebetsruf verklungen war. Einigen dauerte das aber zu lange und sie begannen sich schon einmal an Datteln und Nachtisch zu laben.



Nach einer Dattel und einem Schluck Wasser schmeckte die zwischenzeitlich von den – immer freundlich und geduldigen – Helfern*innen aufgetragene Suppe mit Kichererbsen und Suppennudeleinlage hervorragend. Kaum hatte man, fröhlich mit den Tischnachbarn*innen plaudernd, die Suppe ausgelöffelt, wurde auch schon der Hauptgang serviert. Ein köstlich duftendes Hähnchenragout mit leckeren Rosmarinkartoffeln und einem nicht minder leckeren Tomaten-/Gurkensalat. Mir läuft jetzt – beim Schreiben – gerade noch einmal das Wasser im Mund zusammen.


Dazu konnte man Fladenbrot, Weißbrot oder herzhaft gefülltes Brot knabbern.


Zum Essen hatte Frau Hammoud jetzt aber keine Zeit. Sie war ständig überall unterwegs – gefühlt überall gleichzeitig – um nach dem Rechten zu sehen, einzuspringen und mitzuhelfen. Immer freundlich, immer lächelnd und nebenbei mit den Gästen plaudernd.


Freundlich und mit kleinen Späßchen führte sie durch das Programm, während ihre Gäste es sich gut gehen ließen. Besonders hervorzuheben ist eine A Capella Gesangsgruppe, die traditionelle – teilweise höchst komplexe und gesanglich anspruchsvolle – Lieder in Perfektion vortrugen. Teilweise als Gruppe, teilweise als Duo und teilweise als Solo.


Ein muslimischer Hausarzt erläuterte, nachdem Frau Hammoud die religiösen und ethischen Hintergründe zuvor schon erklärt hatte, die positive medizinische Auswirkung des Fastens auf Körper und Psyche. Er verwies auf alters- und krankheitsbedingte Grenzen und bot anschließende individuelle Beratung an. Zum Schluss wurde noch der „Küchenchef“ auf die Bühne gebeten, um ihm eine Ehrenurkunde für „Jahrelanges Bekochen“ zu verleihen.


Und bevor der allgemeine Aufbruch begann, bat Frau Hammoud noch alle Helfer*innen, die gerade die Hände kurz frei hatten, auf die Bühne um ihnen und allen anderen – nicht auf der Bühne stehenden – ganz herzlich zu danken. Eine riesige und teilweise von Standingovations begleitete, lang anhaltende Beifallswelle unterstrichen ihre Worte.

Es war wieder einmal eine tolle Veranstaltung. Kulinarisch verwöhnt, Informativ, unterhaltsam, fröhlich und voller strahlender Gesichter. Ganz wie es hier in der Kulturhalle Feudenheim schon zur Tradition geworden ist und wie wir es auch schon lange Jahre vom Interkulturellen Frühstück, das ebenfalls vom Arabischen Haus Mannheim unter Leitung von Fouzia Hammoud veranstaltet wird, gewohnt sind.
Ein Wermutstropfen zum Schluss darf jedoch nicht unerwähnt bleiben: Trotz mehrmaliger, eindringlicher Bitten um Spenden, die bitter zur Finanzierung der Veranstaltung benötigt würden, damit all die sowieso schon kostenlos arbeitenden, ehrenamtlichen Helfer*innen nicht auf ihren Kosten sitzen bleiben, sind von über 300 Gästen, die alle reichlich – und wie selbstverständlich – gegessen, getrunken und sich einen schönen Abend gemacht hatten, tatsächlich auch Spenden eingegangen. Schätzen sie doch einmal, wieviel da zur Kostendeckung zusammen gekommen sind. Nein, weit gefehlt! Es waren gerade einmal 8.- Euro (in Worten: Acht Euro) gespendet worden. Traurig!!! Ramadan Mubarak?





