Um 11:47 Uhr am 10.04.26 war es so weit: die Herren G. Kiefer (Bereichsleiter Technik, GBG Wohnen GmbH), A. Berger (Leiter Kunden-Service-Center 5, KSC 5) und T. Trüper (Vorsitzender der Interessengemeinschaft Herzogenried, IGH) drücken gemeinsam einen großen roten Buzzer. Das ist der Startschuss für Herrn Schmitt vom KSC 5, im Schaltschrank am Rande des Geschehens den Schalter umzulegen. Und nach circa 25 Jahren sprudeln und gluckern sie wieder! Die Brunnen, die unserem Brunnengarten vor nunmehr 51 Jahren seinen Namen gaben.
Viele Anwohner und Freunde des Herzogenrieds waren gekommen, um dieses Ereignis live mitzuerleben. Zum gemeinsamen Feiern hatte die GBG hatte einen Getränkewagen mit Kaffee-Variationen, Tees, kalten Getränken und kleinen Snacks gesponsert.




Den Sekt zum Anstoßen hatte die Wirtin der Gartenklause K. Zuk gestiftet und ausgeschenkt. Die Freude über dieses Ereignis und seine Auswirkung auf die Zukunft war bei den Anwesenden spürbar groß. Gerne gaben sie das auch in den Interviews, die von Frau S. Osthues für ihren Artikel im Mannheimer Morgen gesammelt wurden, zum Ausdruck.


In Ihren Ansprachen wiesen die drei „Eröffner“ unter anderem darauf hin, dass das Konzept des Wohnens im Grünen anlässlich der Bundesgartenschau 1975 ein weitsichtiges war. Nach nunmehr 51 Jahren ist eine prächtige, durchgrünte Wohnlandschaft mit vielen großen Bäumen, Grünflächen, Spiel- und Sportplätzen und Bänken zum Verweilen zwischen den Wohnhäusern entstanden. Hier hält man sich gerne auf.




Bei der Renovierung der Anlage habe sich die GBG bewusst in Zusammenarbeit mit der MVV an ihr selbstgesetztes Ziel der Nachhaltigkeit bei Bau und Instandhaltung gehalten. Das bedeutet im Einzelnen:
Es wurde ein neuer Wasseranschluss gelegt und die vorhandene Technik erneuert und optimiert. Ein großer Wasser-Speicher unter der Anlage ist ihr Herzstück. Das Wasser, das von nunmehr 3 kleineren Pumpen (statt einer großen) in den oberirdischen Teil der Anlage in die 7 Wasseraustrittsstellen gefördert wird, fließt sanft gurgelnd, von der Schwerkraft geleitet über die gesamten Flächen der Ballsteine, verdunstet dort teilweise und wird dann wieder im Wasser-Speicher gesammelt. Der Pegelstand des Speichers wird von einem Füllstands-Sensor überwacht, der ihn automatisch, durch das von ihm veranlasste Nachfüllen von Frischwasser, konstant hält. Es wird dabei zwar immer wieder Trinkwasser nachgefüllt, das aber durch die auf den Ballsteinen und durch die spielenden Kinder entstehenden Verunreinigungen nicht mehr getrunken werden sollte.
Diese tolle Anlage läuft nun zwischen April und Oktober täglich von 8:00 bis 20:00 Uhr. Die Nachhaltigkeit der neuen, alten Anlage liegt im geringeren Energieverbrauch, der längeren Lebensdauer bei geringerer Wartung und der entstehenden mikroklimatischen Auswirkung auf ihr Umfeld begründet. Das Wasser verdunstet permanent und erzeugt dabei Verdunstungskälte. Die Temperatur der Umgebung fällt. Zusammen mit der weiteren Verdunstungskälte der inzwischen groß gewordenen Bäume direkt vor Ort und in der Umgebung und ihren Schattenbereichen wird der Brunnengarten zur Frischeoase in einer der heißesten Städte Deutschlands: Mannheim. Zwischen der versiegelten Innenstadt etwa an der Kreuzung Planken / Breite Straße und unserem Brunnengarten konnte man schon in der Vergangenheit an Hochsommertagen durchaus Temperaturunterschiede von bis zu 6 Grad messen. Das wird sich jetzt durch die hier angewandte, oben beschriebene Physik noch steigern.


Mit der Möglichkeit für Kinder in den kleinen Tümpelchen auf den Kugeloberseiten zu planschen oder auf den Freiflächen und dem kleinen Spielplatz herumzutollen, während sich die Mütter oder Väter im Umfeld oder am nahen Bücherschrank und Atelier für Kunst und Natur aufhalten und miteinander ins Gespräch kommen, wird diese Frischeoase nicht nur an Sommertagen die Nachbarschaft fördern und ausbauen.
Fehlt eigentlich nur noch ein Bürgercafé mit sozial vertretbaren Preisen für warme und kalte Getränke und ehrenamtlich, selbstgebackenem Kuchen oder kleinen Snacks. Dazu wird eine gesponserte Miete in vor Ort vorhanden Räumlichkeiten (ehemalige Gemeinschaftsräume aus den Gründungstagen der Siedlung) und eine professionelle Leitung der ansonsten ehrenamtlich von Anwohnern und lokalen Vereinen unterstützten Einrichtung benötigt, da in einer Solchen keine Gewinne erarbeitet werden können. Es sind schon viele ehrenamtliche Absichtserklärungen für Bürgersprechstunden, Treffen von Jung und Alt, oder interkulturellem Beisammensein und anderen Aktivitäten vorhanden. Das würde es ermöglicht, hier einfach gemütlich zusammensitzen und sich gegenseitig kennen zu lernen. Nachbarschaft beleben und leben.
Aber dazu finden ja durchaus schon erfolgversprechende Gespräche zwischen GBG, Quartiermanagement, IGH und den lokalen Verbänden und Gemeinschaften statt. Lassen wir uns überraschen.





