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    Was kann ICH für Umwelt und Klima eigentlich tun? Teil 5: Verkehr und Reisen

    Die allermeisten von uns finden Umweltschutz gut. Das ist schon mal ein schöner Anfang. Aber was bedeutet das für mich persönlich? Was kann ich selbst in meinem Umfeld für Umwelt und Klima tun? In den letzten Artikeln haben wir uns schon mit einigen Punkten zu diesem Thema beschäftigt und auch Beispiele, Denkanstöße und Möglichkeiten besprochen, wie wir für unsere Umwelt aktiv werden können. Haben Sie sich in einigen Vorschlägen wiedergefunden? Konnten Sie eventuell sogar schon neue Gedanken umsetzen?

    Im Teil 5 unserer Überlegungen wollen wir uns, weil Reisezeit zu jeder Jahreszeit Hochsaison hat, mit dem Thema Reisen beschäftigen. Und weil nach dem Urlaub der Alltag uns alle wieder einholt, auch über das Thema „Mobilität in meinem alltäglichen Leben?“ nachdenken. Das ist der fünfte Punkt in dem hier abgebildeten Gedankenplan. Den kann man sich auch als Gedächtnisstütze ausdrucken, ausschneiden und an einer Stelle, in der man in der Wohnung oft vorbeikommt, zum Erinnern aufhängen. Weitere Artikel werden folgen und immer weitere Aspekte des Umweltschutzes betrachtet und entsprechende Anregungen gegeben. 

    Die nachfolgende Aufzählung benennt einige Beispiele, durch die wir unseren Alltag umweltfreundlich(er) gestalten können und die von jedem von uns noch persönlich ergänzt und vertieft  – oder als für mich persönlich nicht zutreffend – befunden werden können. 

    Reisen

    Tourismus und vor allem Massentourismus verschärfen den stark voranschreitenden Klimawandel weiter. Sie verursachen laut der UN-Welttourismusorganisation bis zu 5% der CO2-Emissionen. Vor allem Autos und Flugzeuge schädigen mit ihren Emissionen die Umwelt, da die meisten Reisenden mit diesen Transportmitteln an das Urlaubsziel gelangen. Tourismus ist neben einer Bedrohung fürs Klima aber auch eine wichtige Einnahmequelle für viele Länder und Städte. Wie ist es also möglich umweltfreundlicher zu reisen?

    Mit dem Zug kann der Urlaub schon während der Fahrt beginnen

    Beim nachhaltigen Tourismus ist zunächst einmal vor allem das eigene Umweltbewusstsein gefordert. Das beginnt mit der Wahl des Transportmittels, der Länge der Anreise und der Häufigkeit der Urlaubsreisen. Natürlich ist ein Flug oder eine Autofahrt an sich schon mal mit erheblichen CO2-Emissionen verbunden, aber immer mehr Reiseanbieter ermöglichen, den eigenen CO2-Fußabdruck durch Unterstützung von Umweltaktionen und Klimaschutzprojekten zu minimieren. Dennoch: nicht nur die Anreise ist entscheidend. Umweltbewusst reisen geht am Urlaubsort weiter. Die Wahl der Aktivitäten vor Ort erlauben dort auch einen geringeren CO2-Abdruck zu hinterlassen. Radtour statt Safari? Landschaften Erwandern, statt mit dem Mietwagen zu erkunden? Klimafreundlich Reisen ist nicht einfach, macht aber zunehmend Spaß und ist ein erster Schritt, um ein Bewusstsein für die Umweltfragen zu entwickeln.

    Hier einige Denkanstöße, um den Umweltschaden, der durch Urlaubsreisen entsteht, etwas zu minimieren:

    • Immer öfter Bus oder Zug an Stelle des Autos oder Flugzeugs nutzen, um das Reiseziel zu erreichen. Das geht in ganz Europa. Das Gepäck kann man transportieren lassen, um unbeschwert zu reisen. Bei Autoreisen gerne – wenn möglich – auch Mitfahrgelegenheiten anbieten. Da gibt es spezielle Internetseiten und Apps, die Mitfahrer vermitteln.
    • Wenn unbedingt eine Fernreise gemacht werden soll und damit eine Flugreise nicht vermeidbar ist, können umweltbewusste Fluggesellschaften, die spezielle Umweltzertifizierungen nachweisen, gewählt werden.
    • Nahe Reiseziele sind ideal für Entspannungsurlaube.
    • Kurzreisen sind selten effektiv: Ein Wochenende lang London zu besichtigen, ist aus umwelttechnischer Sicht unsinnig. Das ist weder nachhaltig noch wirklich erholsam. Warum sich nicht eine Woche dafür Zeit nehmen? Deshalb: Je länger die Reisedistanz, desto länger auch die gesamte Reisedauer.
    • Meistens nimmt man zu viele Dinge und zu viel Kleidung in den Urlaub mit. Leichte Koffer sparen Kerosin und Benzin/Diesel. Unterwegs und vor Ort darauf achten, möglichst wenig Müll zu produzieren. Es gibt beispielsweise kleine Reisegrößen für Shampoo & Co. Die kann man auch nachfüllen.
    • Bei der Wahl Ihrer Unterkunft kann man auch auf Zertifikate für ihre Umweltfreundlichkeit achten. TourCert, Viabono oder auch die Blaue Flagge für Strände sind solche Siegel.
    • Bio-Hotels und Bio-Bauernhöfe in Europa produzieren weniger Plastikmüll und wirtschaften ressourcenschonend. Hotels, die sich Bio-Hotel nennen dürfen, müssen sich an nachhaltige Grundsätze halten, die regelmäßig kontrolliert werden. 
    • Nach der Wahl einer nachhaltigen Reise sollte man sich schon einmal mit Kultur, Geschichte und der Natur des Reiseziels vertraut machen. In fremdsprachigen Ländern sind die wichtigsten Worte in der jeweiligen Sprache wunderbare Türöffner und Gesprächsstarter. Um nach der Reise Papiermüll zu vermeiden, empfiehlt es sich, digitale Versionen zu verwenden. Es gibt hilfreiche Übersetzungs-Apps und weiterhelfende Karten-Apps (in denen auch Wanderungen, lokale Sehenswürdigkeiten, Restaurants, usw. beschrieben werden) und die vor der Reise off-line verfügbar heruntergeladen werden können.
    • Vor Ort muss es nicht immer der Mietwagen sein. Man kann durchaus auch auf öffentliche Verkehrsmittel, Busreisen oder den Fahrrad-Verleih setzen. Das macht außerdem meistens mehr Spaß.
    • Überall – auch am Urlaubsort – muss die Natur respektiert und Müll reduziert werden. Wenn es geht sollten möglichst viele Dinge (Trinkbecher, Flaschen, Verpackungen, …) wiederverwendet und der eigene Müll nicht in die Umwelt, sondern in dafür vorgesehene Mülleimer geworfen werfen.
    • Vor Ort – wo immer es geht – gerne die kleinen lokalen Unternehmen unterstützen. Anstatt in weltweit bekannten Ketten essen oder trinken zu gehen, lieber in einem unbekannten Restaurant oder Lokal neue Menschen und meist auch gesünderes Essen kennen lernen. Für Souvenirs auch in kleine, vielleicht auf den ersten Blick unscheinbare Läden schauen. Die geben auch gerne Tipps, die sonst nicht in Reiseführern stehen. 
    • Besonders in Entwicklungsländern werden die Menschen aus westlichen Ländern genau beobachtet. Was wir tun gilt häufig als erstrebenswert. Also: Man sollte sich vorbildlich verhalten. Die Menschen, die uns im Urlaub bedienen, fahren und bekochen, profitieren im Regelfall nicht so sehr von unserer Reise, wie die Unternehmen, die dahinterstehen. Deshalb ist es wichtig, nettem Personal auch ein Trinkgeld zu geben.
    • Die eigene Wohnung oder das eigene Haus stehen während der Reise oft leer. Auch hier kann man zum Schutz der Umwelt beitragen, indem man nicht vergisst die Heizung auszuschalten, oder wenn man im Winter verreist auf eine niedrige Stufe einzustellen. Alle Lichter sollten ausgeschaltet sein (oder durch eine intelligente Scheitzaltuhr gesteuert werden) und die Geräte, die ansonsten auf Stand-By stehen, sollten ganz ausgeschaltet werden. Die Stromzufuhr sollte überall unterbrochen sein, wo sie nicht benötigt wird. Es gibt auch Agenturen, die mir einen Urlauber, der in meiner Stadt Urlaub machen und mir dazu seine Wohnung an seinem Wohnort für die gleiche Zeit zur Verfügung stellen will, vermittelt. Die Wohnungen werden einfach für die Urlaubszeit getauscht.

    Mobilität in meinem alltäglichen Leben

    Wieder vom Urlaub zurück sind im alltäglichen Leben unsere Fortbewegungsmittel in der Regel: Auto, Fahrrad, ÖPNV, Regional- und S-Bahn oder manchmal auch das Flugzeug. Hier können wir den größten Beitrag zur Nachhaltigkeit und zum Klimaschutz dadurch leisten, dass wir innerhalb von Deutschland (zumindest) Flüge zu Gunsten von Zugfahrten möglichst vermeiden und uns vom Auto-Individualverkehr immer öfter den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem individuellen Fußgänger- und Fahrradverkehr zuwenden. 

    Die Vorteile des Fernverkehrs gegenüber Flügen und Autofahrten liegen auf der Hand: Ressourcen werden gespart und Emissionen vermieden. Geschäftliche Zugreisen im Inland dauern kaum länger als Flugreisen und sind zudem viel entspannter. Bei längerfristiger Buchung können über Spartarife auch Kosten eingespart werden.

    Auf dem Weg zur Arbeit oder zu Ausflügen kann man auch Regionalzüge und ÖPNV nutzen

    Die Vorteile des Nahverkehrs sind in den Ballungsräumen die gleichen wie beim Fernverkehr. Leider kann der ÖPNV aber zurzeit noch nicht abgelegenere Gebiete oder kleinere Ortschaften so anbinden, dass die zurück zu legenden Wege in zumutbaren Zeiten bewältigt werden können. In diesen Fällen ist zunächst noch Nachholbedarf von Kommunen und Ländern abzuarbeiten. Wir im Herzogenried sind da in einer sehr komfortablen Situation: Die nächste Straßenbahn- oder Bushaltestelle ist in wenigen Minuten Fußweg erreicht. Von dort ist jede Stelle Mannheims schnell erreichbar. Zum Beispiel kann man zu Fuß vom Herzogenried den Marktplatz in etwa 20 Minuten erreichen, den Wasserturm in 30 Minuten und den Bahnhof oder das Schloß in 40 Minuten. Mit der Straßenbahn dauern diese Strecken etwa halb so lange. Hier können wir alle einen Beitrag zum Umweltschutz erbringen.

    Immer öfter vom Auto auf Straßenbahn, Bus, Fahrrad umsteigen oder einfach auch zu Fuß gehen

    Dieses Bild zeigt eine typische Situation in Mannheim: Fast alle Ziele können zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Bus oder der Straßenbahn, ohne oder mit wenigen Umstiegen, in zumutbaren Zeiten erreicht werden. Mit dem Auto dauert es bei weiten Entfernungen zwar nicht ganz so lange, aber dafür entfällt dann meist die Parkplatzsuche, die Parkgebühr und der zusätzliche Fußweg. Also einfach mal für geeignete Ziele ausprobieren.

    Zum Thema Auto-Individualverkehr zum Schluß noch einige Überlegungen, wie man hier ebenfalls auf nachhaltigen Umweltschutz setzen kann:

    • Beim Autokauf auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit achten 
    • Wenn möglich Car-Sharing statt des eigenen Autos nutzen 
    • Möglichst oft öffentliche Nahverkehrsmittel nutzen 
    • Möglichst viele Wege zu Fuß zurücklegen 
    • Verstärkt mit dem Fahrrad fahren 
    • Möglichst oft mit dem Zug statt mit dem Auto fahren 
    • Fahrgemeinschaften nutzen 
    • Niedertourig Autofahren
    • Automotor nicht warmlaufen lassen 
    • Vorausschauend und moderat fahren
    • Bergab ohne Gas fahren 
    • Motor, wo es möglich ist, abstellen 
    • Stromfresser im Auto maßvoll einsetzen 
    • Autogewicht verringern (Unnötiges zu Hause lagern)
    • Reifendruck regelmäßig prüfen 
    • Wenn möglich: Leichtlauföl und Leichtlaufreifen verwenden 

    Die genannten Maßnahmen und Möglichkeiten sind geeignet, Energie zu sparen und Ressourcen zu schonen. Sie bringen uns nebenbei auch dem Erreichen der zurzeit vehement diskutierten Verschärfung der Klimaziele ein kleines Stückchen näher. Man kommt leider immer nur schrittweise voran. Wenn Sie schon einige dieser Möglichkeiten bereits umsetzen: toll! Und wenn wir dann einige – von uns bisher noch nicht genutzte – Möglichkeiten erkannt haben und diese dann zukünftig auch umsetzen, helfen wir schon ganz schön mit, unsere Umwelt für uns und unsere Kinder langfristig zu schützen. Ist nach wie vor ein schönes Ziel. Oder?

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