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    Was kann ICH für Umwelt und Klima eigentlich tun? Teil 2: Waschen

    Was kann Ich für Umwelt und Klima eigentlich tun?

    Die allermeisten von uns finden Umweltschutz gut. Das ist schon mal ein schöner Anfang. Aber was bedeutet das für mich persönlich? Was kann ich selbst in meinem Umfeld für Umwelt und Klima tun? In der ersten Ausgabe haben wir uns zunächst mit dem Thema „Balkon, Terasse, Vorgarten und Baumscheiben“ beschäftigt und einige Beispiele, Denkanstöße und Möglichkeiten gefunden, wie wir für unsere Umwelt aktiv werden können. Haben Sie sich in einigen Vorschlägen wiedergefunden? Konnten Sie eventuell sogar schon neue Gedanken umsetzen?

    Im Teil 2 unserer Überlegungen wollen wir uns, weil wir das ja das ganze Jahr über selbst (oder doch immer noch nur die weiblichen Mitglieder unseres Haushalts?) tun müssen, mit dem Thema Wäschewaschen beschäftigen. Das ist der zweite Punkt in dem oben wieder abgebildeten Gedankenplan (MindMap). Den kann man sich auch als Gedächtnisstütze ausschneiden und an einer Stelle, in der man oft in der Wohnung vorbeikommt, zum Erinnern aufhängen. In Zukunft werden immer weitere Punkte betrachtet und entsprechende Anregungen gegeben. 

    Die nachfolgende Aufzählung benennt zu jedem Thema einige Beispiele, durch die wir unseren Alltag umweltfreundlich(er) gestalten können und die von jedem von uns noch persönlich ergänzt und vertieft – oder als für mich persönlich nicht zutreffend – befunden werden können. Zum Thema Wäschewaschen: 

    • Beim Kauf neuer Geräte auf das Energieverbrauchsetikett achten.
    • Wasser sparen. Dazu die entsprechenden Programme nutzen.
    • Bei der niedrigst möglichen Temperatur waschen. Modernere Waschmaschinen haben schon bei geringen Temperaturen eine hohe Waschleistung. Daneben sorgen auch die Enzyme der Waschmittel für eine gute Waschkraft bei niedrigen Temperaturen. Sie wirken zwischen Temperaturen von 30 bis 60 Grad Celcisus. Dennoch ist es wichtig, einmal im Monat einen Waschgang auf 60 Grad mit Vollwaschmittel zu waschen. So bilden sich keine Keime in der Waschmaschine. 90 Prozent der verbrauchten Energie wird benötigt, um das Wasser zu erhitzen. Je höher man die Waschtemperatur einstellt, desto mehr Energie wird letztlich verbraucht.
    • Die Trommel möglichst voll machen oder ein Wassersparprogramm benutzen.
    • Eine Vorwäsche nur bei stark verschmutzter Wäsche durchführen.
    • Den Energieverbrauch der Waschmaschine geringhalten. Dazu, wenn vorhanden, das Öko-Programm benutzen. Es dauert zwar etwas länger als die anderen Programme, durch die längere Einwirkzeit, die das Waschmittel bei diesen Programmen hat, kann aber sehr viel Energie gespart werden.
    • Das richtige Waschmittel benutzen. Das klingt komisch. Aber: Man braucht eigentlich nur drei Arten
    • Ein Vollwaschmittel, das für helle und weiße Textilien geeignet ist. Es enthält Bleiche und sorgt dafür, dass die Wäsche nicht grau wird.
    • Ein Buntwaschmittel. Es enthält keine Bleiche und ist für bunte und dunkle Textilien geeignet, weil die Farben nicht ausgeblichen werden.
    • Für Wolle und Seide benötigt man ein Wollwaschmittel, da normale Waschmittel die Wolle verfilzen würden. Falls ein Fleck nicht herausgewaschen wird, ihn mit Gallseife vorbehandeln.
    • Waschmittel korrekt dosieren. In Deutschland gelangen mehr als 600.000 Tonnen Waschmittel und mehr als 250.000 Tonnen Weichspüler ins Abwasser. Diese Menge wächst Jahr für Jahr und nicht alle ihrer Inhaltsstoffe können in Kläranlagen abgebaut werden. Viele sind sogar giftig für Wasserorganismen und gelangen letztlich in unsere Flüsse, Seen und ins Meer. Für die Umwelt ist es also besser, wenn wir so wenig wie möglich Waschmittel verwenden. Die Dosierung ist bei jedem Waschmittel anders und wird auf der Verpackung in Form einer Tabelle angegeben. Sie hängt von der Verschmutzung der Textilien, dem Fassungsvermögen der Waschmaschine und dem Härtegrad des Wassers ab. In Mannheim haben wir ca. 19 °dH und damit die Stufe „hart“. Benutzt man zu viel Waschmittel, wird es oft nicht vollständig ausgewaschen und kann dann bei Personen mit empfindlicher Haut oder Allergien zu Hautreizungen führen. Waschmittel gibt es als Pulver und als Flüssigwaschmittel. Für die Umwelt sind Pulverwaschmittel besser. Zum einen benötigen sie keine Konservierungsstoffe. Zum anderen enthalten Flüssigwaschmittel viel mehr Tenside. Diese sind der Hauptbestandteil jedes Waschmittels. Sie sorgen dafür, dass die Oberflächenspannung des Wassers herabgesetzt wird, und ermöglichen eine Verbindung des Wassers mit der Wäsche. Sie besitzen eine hohe Fettlösekraft. Waschmittel enthalten daneben weitere Stoffe wie zum Beispiel Bleichmittel, Enzyme, Duftstoffe oder Enthärter. Bleichmittel oxidieren die im Schmutz vorkommenden organischen Farbstoffe. Dadurch wird der Schmutz entfärbt und gebleicht. Enzyme sind Proteine. Die verschiedenen Enzyme helfen unterschiedliche Arten von Flecken zu lösen. Duftstoffe haben in der Regel keinen Reinigungseffekt, sondern geben dem Waschmittel und der gewaschenen Wäsche den Geruch. 
    • Kompakte Pulverwaschmittel sind umweltfreundlicher. Sie benötigen keine Füllstoffe, wie es bei Großpackungen oft der Fall ist. Füllstoffe haben keine Waschwirkung und belasten die Umwelt unnötig. Es gibt zudem auch Baukastensysteme, wo man die Komponenten eigenständig zusammenmischen kann. Diese Systeme verzichten auf unnötige Zusatzstoffe und sind somit empfehlenswert. Der Verzicht auf Duftstoffe, wie beispielsweise ätherische Öle, ist gut für die Umwelt
    • Auf Weichspüler verzichten. Er ist in modernen Waschmitteln bereits enthalten. Weichspüler belasten das Wasser besonders stark. Für den Wasch- und Reinigungsvorgang sind Weichspüler nicht nötig. Wenn man nicht darauf verzichten will, sollte man ihn so sparsam wie möglich dosieren. Besser aber man verzichtet auf den Gebrauch von Weichspülern.  Die Nutzung von Essig anstelle von Weichspülern beschädigt übrigens die Waschmaschine.
    • Auf Entkalker verzichten. Auch er ist in modernen Waschmitteln bereits enthalten.
    • Wäscheleine statt Trockner. Sehr viel weitere Energie spart man zusätzlich ein, wenn man die Wäsche auf der Wäscheleine statt im Trockner trocknet. Wenn der Wäscheständer in der Wohnung steht, aber regelmäßiges Lüften nicht vergessen.
    • Die Waschmaschine sauber halten. Damit die Lebensdauer der Maschine möglichst lange ist und die Maschine auch selber sauber bleibt, ist es wichtig folgende Hinweise beachten: 
    • Wie oben schon erwähnt, einmal im Monat einen Waschgang auf 60 Grad mit Vollwaschmittel waschen. Das ist wichtig, damit sich keine Keime in der Waschmaschine bilden.
    • Daran denken, das Pulverfach regelmäßig zu reinigen. 
    • Die Tür der Waschmaschine bei Nicht-Nutzung zum Belüften und Austrocknen einen Spalt offenstehen lassen. Nach dem Waschvorgang auch das Pulverfach zum Austrocknen offenlassen.
    • Bei hartem Wasser die Waschmaschine einmal im Jahr mit Zitronensäure entkalken (ohne Wäsche natürlich).
    • Das Flusensieb regelmäßig reinigen. 
    • Die Dichtungsgummi regelmäßig reinigen und gegebenenfalls nachfetten.

    Die genannten Maßnahmen und Möglichkeiten sind geeignet, Energie zu sparen, Ressourcen wie Wasser oder Rohstoffe zu schonen, unsere Kläranlagen zu entlasten, die dann selbst Energie und Ressourcen einsparen, wenn wir Schadstoffe wie Wäsche- und Waschzusätze, oder auch Reinigungsmittel reduzieren und unser Trinkwasser letztlich schützen. Sie bringen uns nebenbei auch dem Erreichen der zurzeit vehement diskutierten Verschärfung der Klimaziele ein kleines Stückchen näher. Man kommt leider immer nur schrittweise voran.

    Wenn Sie schon einige dieser Möglichkeiten bereits umsetzen: toll! Und wenn wir dann einige – von uns bisher noch nicht genutzte – Möglichkeiten erkannt haben und diese dann zukünftig auch umsetzen, helfen wir schon ganz schön mit, unsere Umwelt für uns und unsere Kinder langfristig zu schützen. Ist nach wie vor ein schönes Ziel. Oder?

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